Lokale LLMs und eigene AI-Infrastruktur

Sprachmodelle lokal und in eigener Infrastruktur betreiben

01 Intro

Cloudbasierte AI-Dienste ermöglichen einen schnellen Einstieg, sind aber nicht für jeden Anwendungsfall die passende Betriebsform. Datenschutz, vertrauliche Informationen, Kosten, Latenz, Verfügbarkeit oder die vollständige Kontrolle über Modelle und Daten können dafür sprechen, Sprachmodelle auf eigener Hardware oder in einer kontrollierten Infrastruktur zu betreiben.
Der Kurs vermittelt den praktischen Aufbau einer eigenen LLM-Infrastruktur. Die Teilnehmer wählen geeignete Modelle und Hardware, betreiben Modelle mit unterschiedlichen Inference-Lösungen, stellen standardisierte APIs bereit und untersuchen Performance, Quantisierung, Speicherbedarf und Parallelität. Darauf aufbauend werden Betrieb, Monitoring, Zugriffsschutz und die Integration lokaler Modelle in bestehende Anwendungen behandelt.
Kurs-ID
AI-013
Dauer
3 Tage
Format
Präsenz · Live Online · Inhouse
Vorkenntnisse
Praktische Erfahrung mit Linux und Softwareentwicklung oder Systemadministration

02 Trainingsprogramm

Inhalte

Lokale LLMs einordnen
  • Cloud API und eigener Betrieb
  • vertrauliche Daten
  • Datenschutz
  • Kontrolle über Modelle und Infrastruktur
  • Verfügbarkeit
  • Offline- und abgeschottete Umgebungen
Modelle und Open Weights auswählen
  • Modellfamilien
  • Modellgrößen
  • Parameter
  • Kontextfenster
  • Sprachunterstützung
  • Modellwahl nach Aufgabe
Modellgröße, Quantisierung und Formate
  • Parameterzahl
  • Speicherbedarf
  • Gewichte
  • KV Cache
  • Kontextgröße
  • tatsächlichen Bedarf statt nur Modellgröße betrachten
CPU, GPU und Hardware dimensionieren
  • Modellgröße
  • Quantisierung
  • Kontext
  • erwartete Benutzer
  • parallele Requests
  • Reserve für reale Last
Inference Engines und lokaler Einstieg
  • Aufgabe einer Inference Engine
  • Modell laden
  • Token generieren
  • Speicher verwalten
  • Batching
  • unterschiedliche Engines nach Einsatzgebiet
Modelle als API bereitstellen
  • lokale HTTP API
  • standardisierte Schnittstelle
  • Chat Completion
  • strukturierte Requests
  • Streaming
  • Anwendungen vom konkreten Backend entkoppeln
Kontext, Speicher und Parallelität
  • Prompt Tokens
  • generierte Tokens
  • KV Cache
  • große Kontextfenster
  • Speicherverbrauch
  • maximal möglich ist nicht automatisch sinnvoll
Performance und Qualität benchmarken
  • unterschiedliche Modelle
  • unterschiedliche Quantisierungen
  • kleinere und größere Modelle
  • Geschwindigkeit
  • Speicherbedarf
  • Entscheidung auf Messwerte stützen
Containerisierung und Modellverwaltung
  • Inference Server im Container
  • Images
  • GPU-Zugriff
  • Modelle
  • Volumes
  • reproduzierbare Umgebung
Modellquellen und Supply Chain
  • Herkunft des Modells
  • Modellrepository
  • Dateien
  • ausführbarer Modellcode
  • Abhängigkeiten
  • fremde Artefakte kontrolliert übernehmen
Zugriffsschutz, Netzwerk und Secrets
  • lokale API ist nicht automatisch ungefährlich
  • Netzwerkzugriff
  • Authentifizierung
  • Autorisierung
  • Benutzer
  • Zugriff auf notwendige Systeme begrenzen
Logging, Monitoring und Kapazitätsplanung
  • Requests
  • Modell
  • Laufzeiten
  • Tokenmengen
  • Fehler
  • Logging-Policy
Kosten, Cloud und Hybridbetrieb
  • Hardware
  • GPU-Miete
  • Strom
  • Kühlung
  • Betrieb
  • Total Cost of Ownership
Model Routing und lokale Embeddings
  • unterschiedliche Aufgaben
  • unterschiedliche Modelle
  • kleines Modell für einfache Aufgaben
  • großes Modell für schwierige Aufgaben
  • Coding-Modell
  • Routing evaluieren
Lokale RAG- und Agenten-Infrastruktur
  • Inference Server
  • Embedding Service
  • Vector Store
  • Dokumentdaten
  • Netzwerk
  • RAG selbst bleibt Gegenstand des RAG-Kurses
Coding und multimodale Modelle lokal
  • Text und Bild
  • zusätzliche Modellkomponenten
  • VRAM
  • Inference
  • Eingabegrößen
  • Hardwarebedarf
Updates, Rollback und Recovery
  • neue Modellversion
  • neue Runtime
  • Treiber
  • Container
  • Abhängigkeiten
  • kontrollierter Rollout
Automatisierter Betrieb einer AI-Plattform
  • Infrastructure as Code
  • Konfiguration
  • Container
  • Deployment
  • Health Checks
  • reproduzierbare Systeme
Praxis: internen AI-Service aufbauen
  • lokales Modell starten
  • API bereitstellen
  • Anwendung anbinden
  • Performance messen
  • Zugriffsschutz
  • Betriebsprozess definieren

03 Durchführung

Rahmen und Organisation

Dauer
3 Tage
Durchführung
Präsenz oder Live Online, vorzugsweise als Inhouse-Schulung
Schwerpunkt
Inhouse-Schulungen für Unternehmen und Teams
Sprache
Deutsch, englische Fachbegriffe und Dokumentation
Unterlagen
Kursunterlagen, Beispiele und Übungsaufgaben
Technik
Eigener Rechner mit Linux-Umgebung, Docker und ausreichend Arbeits- oder Grafikspeicher für lokale Modelle

Inhouse-Schulungen

Vorhandene Workstations, GPU-Server oder geplante Infrastruktur können berücksichtigt und Modelle sowie Betriebsvarianten anhand der tatsächlichen technischen Rahmenbedingungen untersucht werden.

04 Zielgruppe

Für wen ist der Kurs gedacht?

Der Kurs richtet sich an Softwareentwickler, AI Engineers, DevOps Engineers, Systemadministratoren, Softwarearchitekten und technische Consultants, die Sprachmodelle unabhängig von öffentlichen AI-Diensten betreiben oder eine eigene AI-Infrastruktur aufbauen möchten.

Er eignet sich sowohl für einzelne leistungsfähige Entwickler-Workstations als auch für Teams, die zentrale interne LLM-Dienste für Anwendungen, RAG-Systeme oder AI Agents bereitstellen wollen.

Voraussetzungen

Praktische Erfahrung mit Linux und grundlegendes Verständnis von Software- oder Systemarchitekturen werden vorausgesetzt. Erfahrung mit Docker und Python ist für die praktischen Übungen hilfreich, tiefgehende Kenntnisse von Machine Learning oder GPU-Programmierung sind nicht erforderlich. Grundkenntnisse zu generativer KI und Sprachmodellen sollten vorhanden sein.

05 Lernziele

Was Sie nach dem Kurs können

Nach dem Kurs können die Teilnehmer:
  • geeignete Einsatzszenarien für lokal betriebene LLMs bestimmen
  • Open-Weight-Modelle nach technischen und fachlichen Anforderungen auswählen
  • Modellgröße, Quantisierung und Hardwarebedarf einordnen
  • CPU-, GPU- und VRAM-Anforderungen abschätzen
  • unterschiedliche Inference-Lösungen einsetzen und vergleichen
  • Modelle über standardisierte APIs bereitstellen
  • lokale AI-Dienste in eigene Anwendungen integrieren
  • Performance reproduzierbar messen
  • Qualität und Geschwindigkeit unterschiedlicher Modelle vergleichen
  • Parallelität und Kapazitätsbedarf beurteilen
  • Inference-Server containerisieren
  • Modelle und Versionen kontrolliert verwalten
  • Zugriffsschutz und Netzwerkgrenzen gestalten
  • Datenschutz und Logging beim Eigenbetrieb berücksichtigen
  • GPU- und Service-Monitoring aufbauen
  • Kosten von Cloud- und Eigenbetrieb vergleichen
  • hybride Modellstrategien entwickeln
  • lokale Modelle für RAG-, Agenten- und Entwicklungsanwendungen bereitstellen
  • eine eigene AI-Infrastruktur vom Experiment zum internen Dienst weiterentwickeln

06 FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet diesen Kurs von der LLM-Anwendungsentwicklung mit Python?

Der Entwicklungskurs baut die Anwendung, die ein Sprachmodell verwendet. Ob dieses Modell über einen Cloudanbieter oder lokal bereitgestellt wird, ist für die grundlegende Anwendungsarchitektur zweitrangig.

Dieser Kurs behandelt die andere Seite dieser Schnittstelle: Auswahl, Bereitstellung und Betrieb der Modelle und der dafür notwendigen Infrastruktur.

Ist das nur ein Ollama-Kurs?
Nein. Ollama eignet sich gut für bestimmte lokale Einsatzszenarien und kann im Kurs verwendet werden. Der Kurs behandelt aber grundsätzlich unterschiedliche Inference-Ansätze vom Entwicklerrechner bis zum zentralen GPU-Service.
Brauche ich eine NVIDIA-GPU?
Nicht zwingend. Modelle können je nach Größe und Runtime auch auf CPUs oder anderer unterstützter Hardware betrieben werden. Für leistungsfähige Inference größerer Modelle ist eine geeignete GPU jedoch häufig sinnvoll.
Wie viel VRAM brauche ich?
Das hängt insbesondere von Modellgröße, Quantisierung, Kontextlänge, Runtime und Parallelität ab. Gerade diese Zusammenhänge werden im Kurs praktisch untersucht, statt eine pauschale VRAM-Zahl für alle Anwendungen zu nennen.
Werden Modelle trainiert?
Nein. Der Schwerpunkt liegt auf Inference und Infrastruktur. Fine-Tuning wird gegenüber Prompting und RAG eingeordnet, ein eigener Training- oder Fine-Tuning-Workflow ist aber nicht Gegenstand des Kurses.
Wird RAG behandelt?
Nur aus Infrastrukturperspektive. Lokale Embeddings, Vector Stores und die Bereitstellung der benötigten Services werden eingeordnet. Die Entwicklung und Evaluation einer vollständigen RAG-Pipeline ist Gegenstand des RAG-Kurses.
Werden AI Agents behandelt?
Nur als möglicher Verbraucher der Infrastruktur. Der Kurs zeigt, wie lokale Modelle für agentische Anwendungen bereitgestellt werden können. Die Entwicklung der Agenten selbst gehört in den Agentenkurs.
Ist ein lokales Modell automatisch datenschutzkonform?
Nein. Eigener Betrieb kann die Kontrolle über Daten erheblich verbessern, beseitigt aber Anforderungen an Zugriffsschutz, Logging, Persistenz, Berechtigungen und Datenverarbeitung nicht automatisch.
Können lokale Modelle Cloudmodelle vollständig ersetzen?
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Qualität, Modellfähigkeiten, Hardwarebedarf, Kosten und Datenschutz müssen gemeinsam betrachtet werden. Für manche Systeme ist vollständiger Eigenbetrieb sinnvoll, für andere ein Cloud- oder Hybridansatz.
Werden mehrere Modelle verglichen?
Ja. Modellgröße, Quantisierung, Ressourcenverbrauch, Geschwindigkeit und Qualität werden anhand reproduzierbarer Aufgaben verglichen.
Wird auch der Betrieb für mehrere Benutzer behandelt?
Ja. Parallelität, Batching, Netzwerkzugriff, Zugriffsschutz, Monitoring und Kapazitätsplanung sind Bestandteile des Kurses.
Warum dauert der Kurs drei Tage?
Der lokale Start eines Modells dauert nur wenige Minuten. Eine belastbare AI-Infrastruktur erfordert dagegen Modell- und Hardwareauswahl, Inference, Performanceanalyse, APIs, Container, Security, Monitoring und Betriebsprozesse. Drei Tage ermöglichen, diese Ebenen praktisch miteinander zu verbinden, ohne daraus eine allgemeine DevOps- oder ML-Operations-Schulung zu machen.
Kann der Kurs an unsere vorhandene Hardware angepasst werden?
Ja. Bei Inhouse-Schulungen können vorhandene Workstations, GPU-Server oder geplante Infrastruktur berücksichtigt und Modelle sowie Betriebsvarianten anhand der tatsächlichen technischen Rahmenbedingungen untersucht werden.

UC IT Service · Ulrich Cuber · kontakt@uc-it.de

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