Agentic Software Development

Entwicklungsaufgaben kontrolliert an AI-Agenten delegieren

01 Intro

AI-Agenten können Entwicklungsaufgaben nicht nur unterstützen, sondern über mehrere Arbeitsschritte hinweg selbstständig bearbeiten. Sie analysieren Codebasen, planen Änderungen, bearbeiten Dateien, führen Werkzeuge aus, testen Ergebnisse und reagieren auf Fehler. Damit entstehen neue Möglichkeiten – aber auch neue Anforderungen an Kontrolle, Sicherheit und Qualitätssicherung.
Der Kurs vermittelt die technischen und methodischen Grundlagen für agentische Softwareentwicklung. Die Teilnehmer lernen, Entwicklungsaufgaben für Agenten zu strukturieren, Werkzeuge und Kontext bereitzustellen, Autonomie gezielt zu begrenzen und Ergebnisse durch Tests, Quality Gates und technische Kontrollmechanismen abzusichern. Der Schwerpunkt liegt auf produktneutralen Prinzipien, die sich auf unterschiedliche Coding Agents und Entwicklungsumgebungen übertragen lassen.
Kurs-ID
AI-004
Dauer
3 Tage
Format
Präsenz · Live Online · Inhouse
Vorkenntnisse
Praktische Erfahrung in der Softwareentwicklung, Git und automatisierten Tests

02 Trainingsprogramm

Inhalte

Vom AI-Assistenten zum Entwicklungsagenten
  • Chat, Coding Assistant und Coding Agent unterscheiden
  • wahrnehmen, entscheiden und handeln
  • mehrstufige Aufgaben und Feedback aus der Umgebung
  • Tool-Nutzung als Grundlage agentischer Arbeit
  • unterschiedliche Autonomiegrade
  • geeignete Entwicklungsaufgaben für Agenten
Agentische Entwicklungsaufträge
  • Ziel, Ausgangszustand und gewünschtes Verhalten
  • Akzeptanzkriterien und Definition of Done
  • technische Randbedingungen und Nicht-Ziele
  • erlaubten Änderungsumfang festlegen
  • Aufgaben in kontrollierbare Schritte zerlegen
  • Plan, Zwischenziele und Abbruchbedingungen
Kontext und persistentes Projektwissen
  • Repository, Anforderungen und Dokumentation als Kontext
  • Architekturinformationen und Coding Conventions
  • relevante Informationen gezielt auswählen
  • Projektinstruktionen und Entwicklungsregeln
  • Build-, Test- und Werkzeugwissen bereitstellen
  • Instruktionen versionierbar und wartbar halten
Tools für Entwicklungsagenten
  • Dateisystem, Shell und Git
  • Compiler, Interpreter und Build-Systeme
  • Testframeworks, Browser, APIs und Datenbanken
  • Operationen und Seiteneffekte klar abgrenzen
  • strukturierte Parameter, Ergebnisse und Fehler
  • kleine, überprüfbare Tool-Oberflächen gestalten
Model Context Protocol
  • MCP als Tool- und Kontextschnittstelle
  • MCP Server, Tools und Resources
  • vorhandene MCP-Server einsetzen
  • eigene Entwicklungswerkzeuge anbinden
  • Toolsets nach Aufgaben strukturieren
  • Berechtigungen und Vertrauensgrenzen berücksichtigen
Berechtigungen und kontrollierte Autonomie
  • Lesen, Schreiben und Ausführen unterscheiden
  • Arbeitsbereich, Shell und Netzwerkzugriff begrenzen
  • Credentials und externe Systeme nur bei Bedarf freigeben
  • reversible und irreversible Aktionen unterscheiden
  • Autonomie nach Risiko festlegen
  • kritische Aktionen an den Menschen eskalieren
Human in the Loop und technische Guardrails
  • sinnvolle Kontroll- und Freigabepunkte
  • Plan und kritische Änderungen vor Ausführung prüfen
  • Unsicherheit eskalieren statt raten
  • Allow-/Deny-Regeln und Tool-Policies
  • Validierung, Wrapper und Gateways außerhalb des Modells
  • Kontrolle ohne unnötiges Mikromanagement
Isolation, Git und reversible Arbeit
  • Container und isolierte Arbeitsverzeichnisse
  • eingeschränkte Credentials und Netzwerkzugriffe
  • sauberer Git-Ausgangszustand
  • kleine Änderungen, Diffs und Commits als Checkpoints
  • Worktrees für parallele Arbeitsbereiche
  • Änderungen zurücksetzen und Arbeitsbereiche aufräumen
Tests und Quality Gates
  • Anforderungen in ausführbare Tests überführen
  • Akzeptanz-, Regressions-, Grenz- und Fehlerfälle
  • Tests als Feedback für den Agenten
  • Build, Linting, Typprüfung und statische Analyse
  • Security Scans und Architekturregeln
  • verbindliche Kriterien vor Abschluss einer Aufgabe
Fehlerkorrektur und Recovery
  • Build-, Test- und Tool-Fehler als Feedback
  • Ursache analysieren und Lösungsversuch begrenzen
  • wiederholte Fehler und Endlosschleifen erkennen
  • teilweise ausgeführte Aufgaben und inkonsistente Zustände
  • Retry, Rollback und idempotente Wiederholung
  • kontrollierter Abbruch und Eskalation
Zustand und lange laufende Aufgaben
  • erledigte und offene Schritte nachvollziehen
  • Zwischenergebnisse und Entscheidungen sichern
  • Git und externe Statusinformationen als persistenter Zustand
  • Checkpoints und Fortschrittsprotokolle
  • Kontextverlust und Wiederanlauf
  • Abschlussbedingungen eindeutig erkennen
Subagents und Multi-Agent-Workflows
  • spezialisierte Agenten für Analyse, Implementierung, Test und Review
  • Kontexte und Verantwortlichkeiten trennen
  • Ergebnisse an einen koordinierenden Agenten zurückgeben
  • unabhängige Aufgaben parallelisieren
  • gemeinsame Ressourcen und konkurrierende Änderungen
  • zusätzliche Komplexität gegen den Nutzen abwägen
Implementierung und Review trennen
  • Agent als Entwickler und Agent als Reviewer
  • unabhängigen Review-Kontext herstellen
  • Anforderungen und Tests erneut prüfen
  • Architektur- und Security-Verstöße suchen
  • Änderungen anhand von Diff und Evidenz beurteilen
  • Grenzen von AI-gegen-AI-Kontrolle
Untrusted Input, Secrets und Prompt Injection
  • Quellcode, Kommentare, Dokumentation und Webseiten als Eingaben
  • direkte und indirekte Prompt Injection
  • Daten nicht automatisch als Instruktionen behandeln
  • Secrets, API Keys, Konfigurationen und Produktionsdaten
  • Secret Stores und Zugriff nach tatsächlichem Bedarf
  • Prompt-Regeln nicht mit einer Sicherheitsgrenze verwechseln
Externe Systeme und Trust Boundaries
  • Datenbanken, Issue Tracker und Git-Plattformen
  • CI/CD, Cloud-Dienste und Produktivsysteme
  • Lese- und Schreibzugriffe nach Risiko klassifizieren
  • Trust Boundaries zwischen Agent, Tools und Zielsystemen
  • Schreibzugriffe besonders absichern
  • Verantwortlichkeiten der Komponenten festlegen
Observability, Audit und Ressourcen
  • Tool-Aufrufe, Dateiänderungen und Ergebnisse protokollieren
  • Agentenläufe für spätere Analyse nachvollziehbar halten
  • Fehler und Eskalationen erfassen
  • Modellwahl, Tokenverbrauch und Kontextgröße
  • Tool-Aufrufe, Parallelität und Laufzeit begrenzen
  • Zeit- und Kostenlimits definieren
Agentische Entwicklung und CI/CD
  • agentische Entwicklung von deterministischer Pipeline trennen
  • Agent erzeugt Änderung, Pipeline verifiziert
  • reproduzierbare Builds und automatisierte Tests
  • Quality Gates bleiben verbindlich
  • Review- und Freigabeprozesse integrieren
  • AI-Code erhält keinen Sonderstatus
Agentische Entwicklungsarchitektur entwerfen
  • Agent, Modell und Kontext
  • Tool Layer und Policy Layer
  • Entwicklungsumgebung und Quality Layer
  • externe Systeme und Trust Boundaries
  • Verifikations- und Eskalationsmechanismen
  • Autonomie, Risiko und Kontrolle zusammenführen
Praxis: kontrollierten Agentenworkflow entwickeln
  • Entwicklungsaufgabe und Risiken bestimmen
  • Kontext, Toolset und Berechtigungen festlegen
  • Tests und Quality Gates als Verifikation einrichten
  • Git oder Worktrees zur Isolation einsetzen
  • Fehler- und Prompt-Injection-Szenarien untersuchen
  • vollständigen Workflow ausführen und auswerten

03 Durchführung

Rahmen und Organisation

Dauer
3 Tage
Durchführung
Präsenz oder Live Online, vorzugsweise als Inhouse-Schulung
Schwerpunkt
Inhouse-Schulungen für Unternehmen und Teams
Sprache
Deutsch, englische Fachbegriffe und Dokumentation
Unterlagen
Kursunterlagen, Beispiele und Übungsaufgaben
Technik
Eigener Rechner mit Entwicklungsumgebung, Git und Zugang zu einem Coding Agent

Inhouse-Schulungen

Vorhandene Coding Agents, Repositories, CI/CD-Systeme, MCP-Server, Entwicklungswerkzeuge und unternehmensinterne Sicherheitsanforderungen können in die Übungen einbezogen werden.

04 Zielgruppe

Für wen ist der Kurs gedacht?

Der Kurs richtet sich an erfahrene Softwareentwickler, Softwarearchitekten, DevOps Engineers, Quality Engineers und technische Consultants, die Coding Agents nicht nur als persönliche Entwicklungshelfer einsetzen, sondern agentische Entwicklungsprozesse systematisch gestalten und kontrollieren möchten.

Er eignet sich insbesondere für Teams, die Entwicklungsaufgaben zunehmend an AI-Agenten delegieren und dafür belastbare technische Grenzen, Qualitätsmechanismen und Arbeitsabläufe etablieren wollen.

Voraussetzungen

Praktische Erfahrung in der Softwareentwicklung, Git und automatisierten Tests wird vorausgesetzt. Grundkenntnisse im Umgang mit generativer KI und AI-gestützter Softwareentwicklung sind hilfreich. Der Kurs setzt jedoch kein bestimmtes Coding-Agent-Produkt voraus.

05 Lernziele

Was Sie nach dem Kurs können

Nach dem Kurs können die Teilnehmer:
  • AI-Assistenten und AI-Agenten voneinander abgrenzen
  • geeignete Entwicklungsaufgaben für Agenten identifizieren
  • agentische Aufgaben mit klaren Zielen und Grenzen formulieren
  • komplexe Aufgaben in kontrollierbare Arbeitsschritte zerlegen
  • Kontext und persistentes Projektwissen bereitstellen
  • geeignete Tools für Agenten auswählen und gestalten
  • MCP als Tool-Schnittstelle einsetzen
  • Berechtigungen nach dem Least-Privilege-Prinzip definieren
  • Autonomie abhängig vom Risiko begrenzen
  • technische Guardrails und Kontrollpunkte entwickeln
  • Agenten durch Isolation und Sandboxing begrenzen
  • Git und Worktrees als Kontrollmechanismen einsetzen
  • Tests als ausführbare Spezifikation und Feedback verwenden
  • verbindliche Quality Gates etablieren
  • Subagents und Multi-Agent-Workflows einordnen
  • Prompt-Injection- und Tool-Risiken berücksichtigen
  • längere Agentenläufe beobachtbar und wiederaufnehmbar gestalten
  • Fehler-, Recovery- und Eskalationsstrategien definieren
  • einen produktneutralen agentischen Entwicklungsworkflow entwerfen und absichern

06 FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet diesen Kurs von AI-assisted Software Development?

AI-assisted Software Development betrachtet den gesamten Entwicklungsprozess mit AI-Unterstützung. Der Entwickler führt dabei weiterhin den Prozess und verwendet KI für Analyse, Implementierung, Tests, Refactoring, Debugging und andere Aufgaben.

Dieser Kurs konzentriert sich dagegen auf Entwicklungsprozesse, in denen AI-Agenten mehrstufige Aufgaben selbstständig bearbeiten. Im Mittelpunkt stehen deshalb Tool-Nutzung, Berechtigungen, kontrollierte Autonomie, Guardrails, Isolation, Quality Gates, Zustandsmanagement und Orchestrierung.

Ist der Kurs auf Claude Code oder GitHub Copilot ausgerichtet?
Nein. Der Kurs behandelt produktneutrale Konzepte und Architekturen für agentische Softwareentwicklung. Konkrete Werkzeuge können für Übungen verwendet werden, sind aber nicht Gegenstand einer Produktschulung.
Werden Coding Agents praktisch eingesetzt?
Ja. Die Konzepte werden anhand praktischer Entwicklungsaufgaben erarbeitet. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel Autonomie zu erreichen, sondern einen geeigneten und kontrollierbaren Autonomiegrad festzulegen.
Wird MCP behandelt?
Ja. MCP wird als eine Möglichkeit behandelt, Agenten strukturierte Werkzeuge und zusätzliche Informationsquellen bereitzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf Tool-Grenzen, Berechtigungen und der Einordnung in die Gesamtarchitektur.
Werden Multi-Agent-Systeme behandelt?
Ja. Subagents und Multi-Agent-Workflows werden behandelt. Dabei wird auch untersucht, wann mehrere Agenten tatsächlich Vorteile bringen und wann sie lediglich zusätzliche Koordinationsprobleme erzeugen.
Geht es auch um Sicherheit?
Ja. Sicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil agentischer Softwareentwicklung. Berechtigungen, Isolation, Secrets, externe Systeme, Prompt Injection und technisch erzwungene Guardrails werden deshalb ausführlich behandelt.
Warum reichen Prompt-Regeln für die Absicherung eines Agenten nicht aus?
Weil der Agent selbst Teil des zu kontrollierenden Systems ist. Kritische Grenzen sollten deshalb möglichst außerhalb des Modells durch Berechtigungen, Tool-Schnittstellen, Policies, Isolation und andere technische Mechanismen erzwungen werden.
Welche Rolle spielen Tests?
Eine zentrale. Tests können Anforderungen ausführbar machen und liefern einem Agenten objektives Feedback über seine Änderungen. Sie ersetzen jedoch weder die Prüfung der Testqualität noch weitere Quality Gates und Reviews.
Brauche ich AI-assisted Software Development vor diesem Kurs?
Nicht zwingend. Erfahrung mit AI-gestützter Softwareentwicklung ist hilfreich. Teilnehmer mit praktischer Entwicklungserfahrung und grundlegendem Verständnis generativer KI können direkt einsteigen.
Warum dauert der Kurs drei Tage?
Der Kurs verzichtet bewusst auf die breite Behandlung von Codegenerierung, Refactoring, Debugging und Dokumentation. Die drei Tage konzentrieren sich stattdessen auf Agentenarchitektur, Tools, Berechtigungen, Verifikation, Security und praktische agentische Workflows.
Kann der Kurs an unsere Entwicklungsumgebung angepasst werden?
Ja. Bei Inhouse-Schulungen können vorhandene Coding Agents, Repositories, CI/CD-Systeme, MCP-Server, Entwicklungswerkzeuge und unternehmensinterne Sicherheitsanforderungen in die Übungen einbezogen werden.

UC IT Service · Ulrich Cuber · kontakt@uc-it.de

https://www.uc-it.de/coaching/agentic-software-development/